„Die Menschen in Kenia wollen Frieden“ Gespräche mit der kenianischen Selbsthilfegruppe der Warriors von Caren Alt

„Es geht uns allen gut, wir sitzen heute Nacht und halten Nachtwache in unserem Bezirk“ erzählt mir Nandasaba, ein kenianischer Freund und Mitglied der Warriors bei unserem Telefonat. In dem Bezirk Magiwa (in der Nähe von Kibera, dem größten Slum Nairobis) wechseln sich Jugendliche bei organisierten Nachtwachen ab, damit die Menschen in der Stadt sicher schlafen können.
„Wir versuchen die Zeit zu nutzen, treffen uns mit Jugendgruppen in unseren Bezirken und lassen uns nicht unterkriegen. Während die Politiker ihre korrupten Geschäfte abziehen planen wir unsere eigenen Projekte. Die meisten jungen Leute verlassen ihren Bezirk nur selten, die Internetcafés haben geschlossen, Du kannst uns wahrscheinlich mehr über die Situation in Nairobi über Handy erzählen als wir hier mitkriegen. Es herrscht Nachrichtensperre. Aber von einem Bürgerkrieg sind wir weit entfernt. Den will keiner, die Menschen in Kenia wollen in Frieden leben.“
Durch das Chaos, welches in Kenia seit der Wahl im Januar 2008 herrscht, gibt es vor allem in den Slums keine Sicherheit mehr. Es kommt zu gewalttätigen Übergriffen von vereinzelten Gruppen, welche die Situation ausnützen und Anschläge verüben. Die Betonung liegt auf vereinzelten Gruppen. Diese sind eine Bedrohung für die friedliche Bevölkerung in den Armenvierteln.

Zu den Projekten der Warriors gehören außerdem Sportgruppen und Magazine, welche in und für die Slums entstehen. Durch Kontakte zu jungen Menschen auf der ganzen Welt versuchen die Warriors Austausche mit Schülern aus Nairobi und anderen Ländern zu organisieren. In Deutschland haben sie bisher noch keine Partnerschule. Da die Mitglieder der Warriors ihr gesamtes Engagement und ihre Zeit in soziale Projekte investieren sind sie auf Kontakte und Spenden angewiesen.
Im Moment ist vor allem ein Projekt in großer Gefahr: Das Waisenhaus Gladicare. Es liegt in Korogocho, dem drittgrößten Slum von Nairobi. 20 Kinder leben hier in einem Raum, versorgt werden sie von ihren „neuen Eltern“ Gladis und Zablon und von der Selbsthilfegruppe der Warriors. Seit einigen Monaten ist der Umzug des Waisenhauses nach Kosele im Osten Kenias geplant. Dort hätten die Kinder ein neues zu Hause, raus aus den Slums von Nairobi. Dort besteht weiterhin die Möglichkeit des Schulbesuches für alle Kinder. Der Umzug wird gerade jetzt dringender denn je, da die Anschläge und Unruhen in den Slums vehement zunehmen. In den Armenvierteln von Nairobi bedeutet ein Brand meist die Zerstörung eines ganzen Bezirkes, da die Hütten so dicht stehen, dass die Flammen schnell um sich greifen. Die Warriors möchten die Kinder deshalb so schnell wie möglich aus der Gefahr in den Slums von Nairobi rausholen und in ihr neues Zu Hause bringen.

Wenn ich in diesen Tagen mit meinen Freunden telefoniere und sie frage wie es ihnen geht, geben sie mir auf ihre Art Antworten: „ Das Leben in den Slums ist im Moment mehr als hart, es ist schwer an Essen zu kommen und vor allem die Kinder sollten hier raus. Wir arbeiten weiter für eine positive Veränderung mit den Menschen hier zusammen. Natürlich kommen entscheidende Impulse von der Politik, aber wir erinnern uns in den Zeiten des „Wahltheaters“ an ein Zitat nach dem wir unsere Arbeit ausrichten. »Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt. « (Mahatma Gandhi). Jeder Kontakt und jede Reaktion aus dem Ausland freut uns und bestätigt uns weiter zu arbeiten. Anstatt auf Demonstrationen unser Leben zu riskieren demonstrieren wir, indem wir den Politikern vorleben was wir uns für Kenia wünschen. Wir fühlen uns als Afrikaner, als Kenianer und sind stolz darauf. Die Zugehörigkeit zu der Ethnie der Luos, der Kikuyu oder den Luhyas macht bei uns keinen Unterschied an dem Menschen an sich. Wir wünschen uns Politiker, die unser Land zusammenbringen und nicht spalten. Die Veränderung beginnt bei uns.“

Hier können Sie konkret helfen: Mit Ihrer Spende können Sie unter anderem den Transport von den Kindern von Gladicare raus aus den Slums finanzieren:
Spendenkonto:
NEIA e.V.
VR Bank Dormagen
BLZ: 305 605 48
Kto: 4610 9100 12
Wichtig: Verwendungszweck “WARRIORS”
Auf der Homepage von NEIA finden Sie mehr über die sozialen Projekte und Kontakt zu der kenianischen Selbsthilfegruppe der Warriors: www.neia-ev.org
Hier können Sie auch CDs der Warriors bestellen.
Myspace-Seite der Warriors: www.myspace.com/warriorsnairobi

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